Geschichten, die das Leben schrieb

Wahrscheinlich jeder, der regelmäßig mit anderen Menschen ein gemeinsames Hobby betreibt, Mitglied eines Vereins oder aber der Feuerwehr ist, kennt sie - die kleinen Anekdoten und Geschichtchen, die das Leben schrieb. Diese Erlebnisse sind in der Regel mit einer Person verbunden und werden - je nach Witzigkeitsgrad (oder Höhe der Schadenfreude der anderen) - diese die nächsten 10 oder 20 Jahre immer wieder verfolgen. Aber irgendwann gehen sie dann doch verloren. Damit dies nicht passiert, wollen wir sie in dieser Form der Nachwelt erhalten.

Aus Gründen der persönlichen Anonymität einzelner Personen hab ich jeweils die Nachnamen initialisiert (d.h. nur mit dem Anfangsbuchstaben versehen), so daß nur jemand mit einer detektivischen Spürnase die Geschichten den einzelnen Personen zuordnen kann, sofern er denn die Mannschaftsseite aufruft! Brüllwitz

(Ich hoffe, jeder der angesprochenen Kameraden kann einigermaßen Spaß verstehen. Wenn nicht, dann entschuldige ich mich schon jetzt. Wer sich jetzt übergangen fühlt: Keine Bange, zu Dir fällt mir auch schon noch etwas ein!)



Uwe P. oder "Die Fischdose"


Uwe kam irgendwann vor einigen Jahren zum Dienst und die untere Kopfhälfte war ziemlich zugepflastert, so daß nur Bruchstücke der Nase, eineinhalb Augen und ein bißchen Mund zu sehen waren. Die Kameraden, die bereits im Gerätehaus waren, setzten ein bestürztes Gesicht auf:
"Mensch Uwe, was hast Du denn getan? Treppe 'runtergefallen, Autounfall, Schlägerei?"
Uwe wiederum setzte sein beileidserheischendstes Gesicht auf und erklärte, daß es viel schlimmer war:
Er sei am Wochenende von einer Party gekommen und war nicht mehr so ganz "alleine" als er plötzlich orgiastische Lust auf eine Dose Fisch in Tomatensoße verspürte.
Das Öffnen dieser Dose klappte noch einigermaßen gut, wobei er schon darüber sinierte, daß er teures Brot doch lieber weglassen sollte und sich den Abwasch eines Tellers auch sparen könne, wenn er den Inhalt der Dose direkt weggabelte. Nun muß man wissen, daß der Deckel einer Fischdose, so man ihn denn nicht fachmännisch entfernt (was Uwe in seinem Zustand nicht mehr fertigbrachte), die anhaftende Tomatensoße weiträumig verteilen kann. Also wurde der Deckel nicht entfernt, sondern blieb mit der letzten Ecke fest an der Dose verbunden, so daß das andere Ende frei im Raum schwebte. Und so geschah es:
Mit der linken Hand führte er die Dose zum Gesicht, um mit der rechten, gabelbewehrten Hand den Fisch aufnehmen zu können, doch in Anbetracht seines Zustandes unterschätzte er entweder die Entfernung Hand - Mund - Fischdose oder die Geschwindigkeit der Aufwärtsbewegung der Hand im Verhältnis zur Abwärtsbewegung des Kopfes. Jedesfalls schnitt er sich mit dem aufgeklappten Deckel von links unterhalb des Kinns bis kurz vorm Auge des Gesicht auf.




Bürgermeister K. oder "Der Kro(h)nleuchter"


Unser oberster Dienstherr hatte seit einigen Wochen ein neues Auto, mit dem er zu einer Baubesprechung bzgl. des bevorstehenden Umbaus des Gemeindezentrums zu eben diesem Gemeindezentrum fuhr. Auf dem Parkplatz unterschätzte er aber offensichtlich die Abmessungen seines neuen Autos und kachelte eine Lampe um. Die Lampe erhielt danach die Bezeichnung Kro(h)nleuchter, woran sie sich aber nur kurz erfreuen konnte, denn sie fiel dann den anschließenden Umbauarbeiten am Gemeindezentrum zum Opfer.




Holger K. und Olaf S. oder "Wie weit läßt sich eine Motorhaube aufrollen?"


Dienstagabend, 19.30 Uhr, Dienstbeginn.
Die Kameraden, die im LF 16 mitfahren sollten, bekamen Befehl zum Aufsitzen. Olaf wurde als Maschinist und damit als Fahrer eingeteilt. Die anderen sollten mit ihren privaten PKW folgen. Holger war mit seinem Escort direkt hinter dem LF 16. An der Hofausfahrt fiel aber irgendjemandem ein, daß er noch etwas vergessen hätte. Olaf sollte noch mal zurücksetzen. Dabei konnte er Holger im Rückspiegel nicht sehen. Er wunderte sich sich nur, daß das LF 16 so schwerfällig zurückfuhr und gab noch etwas mehr Gas. Mit der Haspel hat er dann die Motorhaube von Holgers Auto fast bis zur Windschutzscheibe aufgewickelt.
(Anschließend konnten sich alle nur wundern, wie hoch Holgers Schutzhelm zurückspringt, wenn man ihn mit voller Wucht auf den Boden knallt!)




Oskar Z. oder "Brauchen wir Brötchen zum Frühstück?"


Der Kameradschaftsabend war gerade zu Ende gegangen. Vereinzelt stand man noch zu einem "Absacker" im Gerätehaus zusammen, als plötzlich die Tür aufgerissen wurde und "Else" hereinkam. Sie bat Oskar um die Autoschlüssel.
"Wieso das denn?"
"Ich will Brötchen holen!"
"Um diese Uhrzeit?"
"Na hör mal, es ist doch schon 9.00 Uhr!!"




Michael S. oder "Jooa, mir sa´n mim Roadel doar"


Einsatz am 04.08.1996, PKW-Brand auf der Autobahnbrücke der Südspange (gilt schon als Autobahn)
Jemand fragt:
"Mensch Michael, wie bist Du denn hier? Du warst doch eben gar nicht im LF 16?"
Michael:
"Na, mit dem Fahrrad!"




Britta S. oder "Wer ist hier 'ne Furie?"


13.01.1993, Einsatz beim Kameraden Axel S., Stallgebäude brennt in voller Ausdehnung.
Als wir aus dem LF 16 stiegen, ging Heiko erstmal zu Britta:
"Du Britta, has' ma' Feuer?"
Wenn man noch nie eine Furie gesehen hat, da konnte man sie kennenlernen.




Meike W. oder "Ich benutze gern einen natürlichen Duft!"


Gleicher Einsatz bei Axel S.
Einsatzbefehl: "Meike, Du gehst mit einem Kameraden mit einem C-Rohr über die linke Seite zum Löschangriff vor!"
Einige Minuten später passierte immer noch nichts. "Wo ist Meike?" - Zwei Kameraden zum Suchen!
Wenig später hört man schallendes Gelächter. Meike war bis zur Hüfte im Misthaufen eingesackt.




Karl-Heinz D. oder "Sein Kampf"


Einsatz am 19.09.1986, Bauernhof Tietjens steht im Vollbrand.
Kamerad D. war - wie viele andere Kameraden - gerade erst einige Wochen Mitglied und hatte noch keine Einsatzerfahrung. Er sollte mit zwei anderen Kameraden ein B-Rohr zur Brandbekämpfung vornehmen. Als alles fertig verlegt war, gröhlte er auch schon "Wasser marsch!", ohne darauf zu achten, daß seine beiden Kameraden ebenfalls bereit waren. Das Wasser kam, doch er war allein am Strahlrohr, so daß jetzt der Tanz begann... Er hielt sich wacker und ließ das Rohr nicht los. Irgendjemand merkte aber, daß er Schwierigkeiten hatte, und veranlaßte sofort "Wasser halt!" Von diesem plötzlichen Druckabfall überrascht, kam Kamerad D. ins Straucheln und landete - wie könnte es anders sein - in einer riesigen Jauchepfütze!!!
Bei der anschließenden Manöverkritik wurde er dann doch von seinen Kameraden etwas gemieden!




Kai E. oder "Wer braucht schon Schlaf?"


Wir sollten während einer Veranstaltung bei ALSEN die Brandwache übernehmen und trafen uns morgens um 06.00 Uhr am Gerätehaus. Als wir gerade los wollten, hielt mit quietschenden Reifen ein Taxi an. Heraus sprang Kai. Er kam direkt vom Chayenne Club, zog sich noch schnell um und versah dann mehr oder weniger aufmerksam den ganzen Tag seinen Dienst. Ich glaube, wir mußten ihn nur zwei Mal wecken. Wer braucht schon Schlaf?




Rainer J. oder "Wer bremst hat Angst!"


Dienstabend, Kamerad J. war nach einigen jahren wieder der Feuerwehr beigetreten und wurde an diesem Abend als Fahrermaschinist eingeteilt.
Auf dem Muchelndorfer Weg sollte eine Übung stattfinden. Dieser Weg geht im rechten Winkel von der viel befahrenen L 116 ab.
Nach dem Dienstabend (es war inzwischen dunkel) fuhr Kamerad J. das LF 16 zurück. Kurz vor der Kreuzung - er fuhr noch relativ schnell - fragte Kamerad Lutz E. schon ein bißchen hektisch, ob er nicht mal bremsen wolle. Es tat sich gar nichts. Kamerad E. wurde schon etwas nervöser und rief: "Bremsen!" Darauf Kamerad J.: "Ich find die Bremse nicht. Wo ist denn die Bremse?" und machte Anstalten, das Fahrzeug an der Kreuzung in voller Fahrt um 90 ° herumzureißen. Kamerad E. "Mensch, fahr gerade aus!"
Auf der gegenüberliegenden Straßenseite war die Zufahrt auf eine Weide, deren Gatter zum Glück offen stand, so daß wir ca. 40 - 50 m hinter der Kreuzung auf der Weide zum Stillstand kamen.
Wir waren alle schweißnaß. Wir hatten Reisenglück, daß zu diesem Zeitpunkt zufällig kein Zement-LKW die Straße befuhr...




Lutz E. oder "Die Ölspur"


Eines Sonnabends erhält Kamerad E. von der damaligen Leitstelle in Itzehoe die telefonische Nachricht, daß er auf Anforderung unseres Dorfsheriffs eine "kleine" Ölspur auf der L 116 abstreuen sollte. Er holte sich noch einen Kameraden zu Hilfe und fuhr los. Als er an der Schadensstelle ankam, hatte er dann doch ein kleines Problem: Auf der Ölspur lag noch ein Tankanhäger mit 14 m³ Heizöl auf der Seite! Daraufhin nahm er sich erst Mal den Polizisten zur Brust. Die dabei gefallenen Worte sind im Einzelnen nicht überliefert. Anschließend ließ er dann Alarm für die Rethwischer Wehr auslösen.

Im weiteren Verlauf des Einsatzes, nachdem ein Kran zum Aufrichten des Anhängers vor Ort war, wurden an verschiedenen Ösen Stahlseile angeschlagen.
Kamerad Heiko S. bekam von Lutz folgenden Befehl: "Hier hast Du einen Spaten! Wenn die Ösen abreißen und Öl austritt, schauffelst Du hier einen Wall, was das Zeug hält! Es darf kein Öl in die Wettern laufen!"
Heiko guckte etwas verwundert, aber es waren ja auch "nur" 14.000 Liter.
(Auf den beiden darauf folgenden Kameradschaftsabenden gewann Heiko in der Tombola jedesmal einen Spaten! Entsprechend hatte er die Lacher auf seiner Seite.)




Simon F. oder "Haspel abrollen einmal anders"


Im Rahmen eines Dienstabends sollte Simon gemeinsam mit einem weiteren Kameraden mit Hilfe der Schlauchhaspel eine 200 m lange Schlauchleitung vom Hydranten zum Fahrzeug aufbauen. Was macht Simon? Er nimmt die Haspel vom Fahrzeug, schiebt sie zum Hydranten, läßt sie dort stehen, nimmt ein Schlauchende und läuft schlauchziehenderweise wieder zurück.
Nach rund 75 m merkt er dann, daß es doch ziemlich schwierig ist, eine Schlauchleitung auf diese Art und Weise aufzubauen.




Axel W. oder "Table-Dance einmal anders"


Vor einigen Jahren wollten wir im Sommer ein Open-Air-Konzert auf dem Schulhof durchführen. Aber da das norddeutsche Wetter unberechenbar ist, kam es, wie es kommen mußte. Wir hatten die Bühne und sämtliche Zelte und Buden fertig aufgebaut, auch die Technik der Band war schon fast fertig, als ein Hagelsturm niederging, den man noch nicht erlebt hat. Einige Zelte und Pavillons sind weggeflogen und die Technik war total naß. Das Konzert ist also buchstäblich ins Wasser gefallen. Der Bierwagen allerdings stand noch und war gut gefüllt. Einige Unendwegte trafen sind dann zum gemütlichen Umtrunk am Bierwagen, damit wenigstens etwas Umsatz gemacht wird. Diese paar Unerschrockenen schlugen dann auch aufgrund der günstigen Preise gnadenlos zu. Irgendwann ergab es sich, daß irgendwelche dubiose Wetten abgeschlossen wurden, die damit endeten, daß Kamerad W. und Timo L. auf dem Tresen des Bierwagens einen Striptease hingelegt haben, der manchen Tänzerinnen in den entsprechenden Etablissements in Hamburg zur Ehre gereicht hätten. Der Höhepunkt war erreicht, als der Tiger-String von Axel zum Vorschein kam...




Torsten K. oder "Das Alter"


Einsatz am 01.02.2002
Nach diesem Einsatz lief unser Gerätewart hektisch in der Wache herum. Es fehlte ein 2m-Band-Funkgerät. Es wurden beide Fahrzeuge von allen Kameraden genaustens durchsucht. Das ganze Gerätehaus wurde auf den Kopf gestellt. Der Gerätewart wurde schon richtig wütend, da er ja für die ordnungsgemäße Beladung der Fahrzeuge nach dem eben stattgefundenen Einsatz verantwortlich war. Der Wehrführer wurde schon etwas panisch, da er eine Verlustmeldung an die Gemeinde schreiben mußte, bis es ihm dann endlich einfiel, daß er ja ein Funkgerät zu Hause hat...
Als er dann das wutverzerrte Gesicht des Gerätewartes mit diesem seltsamen starren Blick auf sich zurasen sah, war es an der Zeit, selbst nach Hause zu gehen. Das Gelächter der anderen Kameraden war aber noch draußen deutlich zu hören. Na ja, das Alter...




Reimer V. oder "Wer braucht schon Schutzkleidung?"


Einsatz am 21.07.93: PKW-Brand
Es war ein ziemlich heißer Sommertag. Man sitzt gemütlich im Garten, als plötzlich die Sirenen heulen. Der Wehrführer wurde zu der Zeit noch von der damaligen Leitstelle telefonisch unterrichtet. Es hieß PKW-Brand. Da war höchste Eile geboten. In Latschen, kurzen Hosen und T-Shirt los. Im Gerätehaus noch schnell eine Warnweste (!) übergestreift und ein Helm aufgesetzt und schon gings zur Einsatzstelle. Zum Glück waren keine Fotografen vor Ort.




Reimer V. oder "Rückleuchten sind aber auch anfällig"


Kürzlich hab ich im Gerätehaus irgendwelche Dinge gesucht und fand in einem Werkzeugschrank eine Ersatzabdeckung für die Rücklichter des LF 16. Ich fragte den Gerätewart, warum. Tja, Kamerad V. ist bekannt dafür, daß die Fahrzeuge immer pikobello sauber sein müssen. Wenn kein anderer Zeit hat, wäscht er es auch selbst. Dabei kam es, daß er beim Wirbeln mit der Waschbürte das Rücklicht zerschlagen hat. Nachdem dies dreimal passiert war, hat unser Gerätewart jetzt ständig eine Ersatzabdeckung im Schrank. Gleichzeitig ist er seitdem stets bemüht, daß er das Fahrzeug tunlichst selber sauber machen kann.

Aber mit Schwund muß man immer mal rechnen. Eines Tages fuhr Kamerad V. das LF 16 aus der Gerage, ohne den Stecker für die ständige Batterieladung abzuziehen. Bums, war der Stecker ab!

Dieses Verhalten hat sich irgendwie auf die Familie übertragen:




Carmen V. oder "Zäune stehen aber auch immer im Weg"


Kürzlich rief mich Carmen an und mit süß säuselnder Stimme begann sie "Duuuu, Torsten ...." Wenn Sie schon so anfängt, will sie entweder etwas kaufen oder hat etwas angestellt. Diesmal war es das Letztere. Sie war mit der Jugendwehr unterwegs und beim rückwärts einparken stand da trotz Einweiser urplötzlich ein Zaun im Weg...
Na ja, anschließend stand er eben nicht mehr!




Christian V. oder "Heil ist langweilig!"


Das Jahr 2001 kann man nicht unbedingt als das Jahr von Christian bezeichnen. Ich bekomme zwar nicht mehr die richtige Reihenfolge zusammen, aber es geschah Folgendes:

1.
Nach einem Einsatz sollte Christian mit einem oder zwei anderen Kameraden mit dem Reisshaken einen noch stehenden Schornstein umschubsen, damit wir die letzten Glutnester gefahrlos ablöschen konnten. Was geschah? Ihm brach der Reisshaken ab.

2.
Bei einem anderen Einsatz sollte Christian unter Atemschutz vorgehen. Beim Anschrauben des Lungenautomaten platzt ihm dieser!

3.
Während eines Dienstabends wollte Christian im LF 16 eine Scheibe herunterdrehen. Plötzlich hatte er die Kurbel in der Hand.

4.
Ein anderes Mal wollte er mit dem MTF irgendwohin fahren. Da ging ihm der Anlasser kaputt. (to be continued)

Vielleicht sollte ich über die Familie V. mal ein Buch schreiben!


Lutz E. oder "Unser LF 16 ist voll geländegängig!"


Abschlußübung der Löschgemeinschaft am 03.10.1994
Wenn Rethwisch die Abschlußübung ausarbeitet, nimmt das immer katastrophenähnliche Ausmaße an. So auch diesmal. Wir hatten eine Übung im Moor geplant. Sämtliche an der Übung beteiligten Fahrzeuge sollten ins Moor hochfahren. Kamerad E. als Fahrer unseres LF 16 vorne weg. Als er es dann in Position zur Löschwasserförderung bringen wollte, geschah es: Er kam trotz Einweiser ein wenig vom befestigten Weg ab, so daß das Fahrzeug mit dem Hintereifen durch die Grasnabe sackte und auf der Achse bei bedenklicher Schieflage auflag. Na, auf alle Fälle konnte zunächst mal die Übung durchgeführt werden. Anschließend wurde das Fahrzeug dann mit einem großen Trecker wieder herausgezogen.
Trotz dieses Mißgeschicks behauptet Kamerad E. bis heute, daß diese "kleine" technische Hilfeleistung wohl geplant war....

Am ersten Januarwochenende des Jahres 1998 mußten wir zu einem Lenzeinsatz in die Grube Saturn ausrücken. Dort drohte das Pumpenhaus auf der Grubensohle in 50 m Tiefe abzusaufen. Der Einsatz gestaltete sich ziemlich schwierig, so daß auch das THW hinzugerufen wurde. Die Kameraden vom THW sollten mit ihren schweren geländegängigen Fahrzeugen und ihren großen Pumpen das Wasser von -50 m in einen Graben auf die Sohle in 20 m Tiefe befördern. Dort wurden dann die TS 8/8 der Feuerwehren Lägerdorf und Rethwisch aufgestellt, um das Wasser dann nach oben in den Breitenburger Kanal zu pumpen. Die Pumpen wurden dort mit den geländegängigen Fahrzeugen der Firma ALSEN in Stellung gebracht. In der darauffolgenden Nacht wurden einige Kameraden nach Hause geschickt, die am kommenden Morgen die Nachtschicht ablösen sollten. Als wir dann am kommenden Morgen wieder kamen, trauten wir unseren Augen nicht. Jetzt war unser LF 16 ebenfalls in der Grube!!! Dazu muß man wissen, daß diese steilen, von der nassen Kreide glitschigen Abfahrten in die Grube hinein eigentlich nur mit geländegängigen Fahrzeugen befahrbar sind. Die Wege in der Grube selbst sind in dieser Jahreszeit mit einer ca. 30 cm dicken Schlammschicht überzogen. Aber Kamerad E. sagte sich, unser Fahrzeug hat doch Allradantrieb, also kann es auch in die Grube fahren (dort waren nämlich nach 12 Stunden Dauerbelastung die TS 8/8 ausgefallen.).
Na ja, da das Fahrzeug schon mal unten war, konnten die Pumpmaßnahmen auch weiterlaufen. Als der Einsatz nach 56 Stunden schließlich zu Ende war, begab sich Kamerad E. dann auf den Rückweg mit dem Fahrzeug. Vorneweg mußte aber erstmal ein Radlader fahren, der ausreichend breite Spuren in den Schlamm drückte. Man soll es kaum glauben, Kamerad E. brachte das Fahrzeug tatsächlich ohne fremde Hilfe nach oben (auch wenn es fast eine Stunde gedauert hat).

Man kann sagen, unser Fahrzeug hat sämtliche Belastungstests mit Bravour bestanden. Nun faselt Kamerad E. ständig davon, daß wir für das Moor noch dringend ein Löschflugzeug und für den Breitenburger Kanal ein Löschboot brauchen. Kein Ahnung, was er damit schon wieder vorhat...






Erstellt: 08. März 2003 · © tokro